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Wie wird operiert?

Photorefraktive Keratektomie (PRK)

Das Abschleifen der Hornhaut mit einem Excimer-Laser nennt man photorefraktive Keratektomie. Die Hornhaut ist am Rand ca. 0,7 mm und im Zentrum ca. 0,5 mm dick. Bei diesem Eingriff wird das Epithel, die oberste Schicht der Hornhaut mechanisch abgelöst. Um die Fehlsichtigkeit auszugleichen wird mit dem Laser dann ein max. 100 μm starkes Stück der Hornhaut abgeschliffen. Da die tiefen Zellschichten der Hornhaut unberührt bleiben, regeneriert sich die oberflächliche Hornhautschicht in wenigen Tagen von alleine.

Diese Methode wird angewandt zur Korrektur bei geringer Weitsichtigkeit (Hyperopie), geringer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und der Kurzsichtigkeit (Myopie). Die Komplikationsrate einer Operation nimmt mit dem Umfang der erforderlichen Korrektur zu und die Genauigkeit der PRK ab. Eine viel praktizierte Methode ist die Myopiekorrektur bis ca. minus 4 Dioptrien. Meist besteht nach der Operation kaum Beeinträchtigung des Sehvermögens und normalerweise ist das Tragen einer Brille nicht mehr erforderlich. Die Genauigkeit der Korrektur ist bei Myopie größer als bei Hyperopiekorrekturen und Astigmatismus.

Damit der Patient nicht mehr blinzelt und keine Schmerzen empfindet wird das Auge mit Tropfen betäubt. Er erhält vor der Operation ein Beruhigungsmittel und nach der Operation ein Schmerzmittel. Die weitgehend schmerzfreie Operation dauert nur wenige Minuten. Wenn die oberflächliche Deckschicht (Ephitel) nach ca. drei bis vier Tagen verheilt ist, kann der nach dem Eingriff angelegte Verband wieder entfernt werden. Nach der Operation wird das Auge mit Augentropfen behandelt und es darf nicht gerieben werden. Man sollte sich danach zwei Wochen lang schonen, nicht schminken und nicht schwimmen gehen. Eine gute Sehkraft wird bereits eine Woche nach der Operation erreicht. Die Brechkraft im Auge kann sich durch den Heilungsprozess noch leicht in den Folgemonaten verändern. Diese Art der Operation wird seit 1986 weltweit angewandt.


Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK)

Bei dieser Methode wird vom inneren der Hornhaut mit einem extrem scharfen, mikrochirurgischen Hobel (Mikrokeratom) ein 150 μm dünnes, oberflächliches Hornhautläppchen (Flap) geschnitten und durch ein äußeres Gewebescharnier (Hinge) anschließend wieder zurückgeklappt. Winzige Schichten des darunter liegenden Hornhautgewebes (Bett) werden danach mit dem Laser abgetragen. Das Hornhautläppchen wird danach wieder zurückgelegt und benötigt keine Naht, da es durch Adhäsionskraft hält.

Diese Methode ist besonders für kurzsichtige (Myopie) Patienten geeignet. Vergleichbar mit der PRK beseht eine langfristige Erfolgsrate. Jedoch verläuft die Erholung der Sehkraft schneller und die Anfangsschmerzen sind im Vergleich zur PRK geringer. Diese Art der Operation wird seit 1990 weltweit angewandt.

Die wellenfront-gelenkte und die topographiebasierte LASIK-Operation ist noch im experimentellen Stadium. Zu einer weiteren Verbesserung der Excimer-chirurgischen Ergebnisse bei Myopie und myopem Astigmatismus kann der feiner strukturierte Abtrag und das genauere Abtasten der Oberfläche führen.

Durch den ambulanten Eingriff bei der LASIK, kann der Patient etwa eine Stunde nach der Operation wieder nach Hause entlassen werden und nachdem der korrekte Sitz des Läppchens vom Operateur überprüft wurde. Obwohl die LASIK technisch anspruchsvoll ist, ist die Nachsorge bei dieser Operation weniger aufwendig und es müssen deutlich weniger Augentropfen angewendet werden. Normalerweise kann der Patient anschließend auf Kontaktlinsen oder Brille im täglichen Leben verzichten.


Laser-Ephitheliale-Keratomileusis (LASEK)

Unter den refraktiven Chirurgen ist strittig, ob die LASEK eine neue Operationstechnik oder einfach nur eine modernere Form der Photorefraktiven Keratektomie (PRK) darstellt. Sie sind sich auch nicht einig, ob die Ergebnisse der Operation wirklich besser sind oder ob die Vorteil einfach nur im unterschiedlichen Heilungsprozess und weniger Schmerzen liegt.

Bei dieser Methode wird mit verdünntem Alkohol die oberste Hornhautschicht (Epithel) abgelöst, zurückgeschoben und nach der Behandlung wieder auf die Wunde gelegt. In den ersten 4 - 5 Tagen nach der Operation wird zum Schutz eine weiche Kontaktlinse als „Verband“ darüber gelegt. Da das entfaltete Epithel teilweise intakt bleibt, haftet es meistens wieder auf der Wunde, der Heilungsprozess wird beschleunigt und der Patient verspürt meist weniger Schmerzen. Nach einigen Tagen hat sich das Sehvermögen wieder erholt.
Da bei dieser Methode kein Schnitt durchgeführt wird, sind die möglichen Komplikationen geringer. Es besteht nicht die Gefahr einer iatrogenen Keratektasie (irreguläre Vorwölbung der Hornhaut durch Verlust der Stabilität), es können auch keine Epithelzellen in den Spalt unter dem Flap einwachsen und es kann nicht zu einer Faltenbildung des Flap kommen. Da über mehrere Tage ein Kontaktlinsenverband getragen werden muss, ist die nur langsam einsetzende Verbesserung des Sehvermögens und die Schmerzen nach der Operation ein Nachteil dieser Methode. Jedoch kann eine Fehlsichtigkeit mit sehr steiler, sehr flacher oder sehr dünner Hornhaut mit der LASEK behoben werden.


Phototherapeutische Keratektomie (PTK)

Auch bei dieser Methode kommt der Excimer-Laser zur Anwendung. Hier kann die Behandlung mit einer refraktiven Korrektur verbunden werden. Wenn konservative Methoden versagen, kann die PTK eine Alternative sein. Sie wird angewandt zur Glättung oberflächlicher Hornhautirregularitäten, oberflächlichen Hornhautdystrophien und –degenerationen, schmerzhaften rezidivierenden Hornhaut-Abschilferungen (Erosiones) oder bei oberflächlichen Hornhautnarben. Als letztes bleibt noch die Möglichkeit einer Hornhauttransplantation wenn diese Methode nicht angewendet werden kann.


Zusätzliche Kunstlinse im Auge (Phakic-IOL)

Diese Methode wird in Deutschland seit ca. 5 Jahren angewendet. Sie ist in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Verfahren. Trotzdem wird das Einsetzen einer Kunstlinse als ein in der klinischen Erprobung befindliches Verfahren angesehen.

Ein Brechkraftfehler bei hoher Weit- und Kurzsichtigkeit kann durch das Einsetzen einer zusätzlichen Kunstlinse in das Auge korrigiert werden. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung: die implantierbare Kontaktlinse wird zwischen Linse und Regenbogenhaut in die Augenhinterkammer eingebracht oder sie wird als Iris-Klauen Linse direkt an der Regenbogenhaut befestigt oder im Kammerwinkel zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut in der Augenvorderkammer befestigt.
Die Iris-Klauen-Linse hat den Vorteil gegenüber den anderen Kunstlinsentypen, dass die Langzeit-Risiken des Eingriffs vermindert werden, da diese von der eigenen Linse und der Hornhaut am weitesten entfernt ist. Die Gefahr des Verlustes der Pumpzellen an der Hornhautrückfläche (Endothel) und die Pupillenverziehung (Ovalisierung) sind der Nachteil der kammerwinkelgestützten Vorderkammerlinse.

Bei der Korrektur sehr hoher Weit- und Kurzsichtigkeit, werden sehr gute Ergebnisse durch eine bisher unerreichte Genauigkeit erzielt, obwohl der Eingriff operativ schwieriger ist. Möglich sind Korrekturen von etwa plus 12 bis minus 17 Dioptrien. In der Augenhinterkammer, wird über einen fast unsichtbaren 3 mm-Schnitt die falt- und implantierbare Kontaktlinse (ICL) eingeführt und entfaltet.
Risiken sind hierbei die Bildung eines grauen Stars, wenn während der Operation die körpereigene Hülle oder Linse durch die Kunstlinse beschädigt wird. Auch der Augeninnendruck kann durch das Einsetzen einer Kunstlinse steigen und nicht jedes Auge ist für das Einsetzen geeignet, da hinter der Iris genügend Platz für die Linse sein muss.
Hierzu kommt noch das allgemeine Risiko einer Infektion oder Blutung mit potentiellem Verlust des Auges bei einer Operation.

Austausch der eigenen, klaren Linse gegen eine Kunstlinse (refractive lens exchange, RLE)
Diese Methode wird angewandt zur Korrektur einer Hyperopie bei über plus 5 Dioptrien und der Myopie bei über minus 10 Dioptrien. Sie hat sich aus der Grauen Star Behandlung heraus entwickelt. Die aus Silikon oder Acryl bestehende faltbare Kunstlinse wird gegen die eigene Linse, durch eine Öffnung am Rande der Hornhaut, ausgetauscht. Der Schnitt wird durch eine Naht wieder verschlossen oder dichtet sich von selbst wieder ab. Es wird dadurch ein gutes Sehvermögen erreicht, obwohl in vielen Fällen eine geringe Restfehlsichtigkeit bestehen bleibt oder ein Astigmatismus nur teilweise ausgeglichen werden kann.

Meist ist eine Lesebrille erforderlich, da der Patient seine Naheinstellungsfähigkeit (Akkomodation) verliert. Wenn bereits eine beginnende Linsentrübung vorliegt oder eine reduzierte Naheinstellungsfähtigkeit besteht und eine Lesebrille benötigt wird, bietet sich diese Behandlungsmethode vor allem ab dem 40. Lebensjahr an. Um einen Teil der Naheinstellung wieder herzustellen oder zu erhalten, bietet sich der Einsatz einer akkomodativen Kunstlinse (1CU) an.

Da das Risiko einer postoperativen Komplikation noch nicht endgültig abgeschätzt werden kann, gilt RLE als im Stadium der klinischen Erprobung. Zur Behandlung altersbedingten Trübungen der Linse wurde das Verfahren bereits millionenfach durchgeführt. Bei dieser Methode besteht durch einen Lasereingriff an der Hornhaut die Möglichkeit der anschließenden Feinjustierung der Brechkraft. Die Hornhaut bleibt unangetastet und theoretisch können die Kunstlinsen bei einem weiteren Eingriff neu justiert oder ausgetauscht werden. Verschiedenen Symptomen einer Netzhautablösung, wie Russregen beim Sehen, Schatten oder Blitzen muss jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es kann häufig, meist bei jungen Menschen, nach Monaten oder Jahren zu einer Trübung hinter der neuen Kunstlinse (Nachstar) kommen, die aber ohne erneute Öffnung des Auges mittels eines Lasers in Tropfanästhesie behandelt wird.


Astigmatische Keratotomie (AK) und limbusparallele Keratotomie (LK)

Diese Methode ist besonders vor einem geplanten LASIK-Eingriff zur Reduktion einer starken angeborenen Stabsichtigkeit und nach Katarakt-Operationen zur Korrektur der starken Stabsichtigkeit oder nach Keratoplastik geeignet. Es wird als wissenschaftlich anerkannt beurteilt, trotz suboptimaler Präzision. Bei diesem Verfahren werden gezielt in der mittleren Hornhautperipherie, parallel zum Hornhautrand angeordnete Schnitte vorgenommen. Besonders als Folge einer Verletzung oder Operation lässt sich ein hoher Astigmatismus (mehr als 5 dpt) mit Hilfe kleiner Einschnitte in die Hornhaut reduzieren oder beseitigen.